Sonntag, 18. März 2012

Pacta sunt servanda...

... aber nicht für alle!

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Evzone.jpg&filetimestamp=20070224234156

Was heißt pacta sunt servanda: Verträge sind einzuhalten, Absprachen gelten!!! Wie komme ich gerade darauf, dieses Thema aufzugreifen? Nun ja, die Definition von Verträge ist eigentlich klipp und klar geregelt. Man hält sich an absprachen die entweder unter Zeugen oder per Handschlag getroffen worden sind. Eine einseitige Veränderung ist definitiv ein Vertrags- und ein Vertrauensbruch!

Man hat sich seit Jahrtausenden daran gehalten. Diese Regel ist ein elementarer Teil des öffentlich und des privaten Rechtes. Jede Änderung rüttelt an die Grundfeste! In jeder Gesellschaft ob religiös oder nicht gibt es regeln, die für ein Zusammenleben einer Gesellschaft wichtig ist.

Beispiele gibt es in jeder Gesellschaftsordnung, ich gehen in ein Autohaus und unterschreibe ein Kaufvertrag über ein Auto mit XYZ Ausstattung und Preis 10.000€. Am Tag der Auslieferung sagt der Händler oh sorry, du musst das Auto nehmen aber jetzt musst du 11.000€ bezahlen! Ein Rücktritt aus dem Kaufvertrag gibt es nicht! Ein Gericht wird dem Händler das Recht zusprechen und du musst deinen Teil des Vertrages einhalten.

Du glaubst, dass so was nicht möglich ist?  Dann irrst du dich gewaltig. In Griechenland ist das eben passiert, obwohl die Politik allen Beteuerungen zum Trotz und an vorderster Front die Bundeskanzlerin Angela Merkel Gebetsmühlen artig von der Einhaltung der Verträge gesprochen hat.

Was ist passiert?
Die Griechen Regierung hat vor einigen Tagen den "freiwilligen Schulden schnitt" mit seinen Gläubigern getroffen. 86% der Gläubiger stimmten einer Umschuldung zu, ihre Papiere wurden gegen andere Papiere mit einer längeren Laufzeit und geringeren Zinsen getauscht! Sie verzichteten auf ca. 57% der Forderungen gegen Griechenland!

Die übrigen 14% der Gläubiger, Vertrauten auf die Einhaltung der Verträge, daraus wurde aber nichts! Ihnen wurde die Schuldverschreibung mittels des (CAC) getauscht! Was noch viel schlimmer kommt, sie wussten nicht einmal davon. Diese CAC Klause erlaubt einen Schuldenschnitt für den Rest der Gläubiger, sie wurden also zum Tausch gezwungen!

Erst wer in seine Wertdepot nach sieht, stellte es fest! Das kommt einer Enteignung und einem Rechtsbruch gleich, was aber noch viel Schlimmer ist. Nicht alle Gläubiger waren davon betroffen! Fakt ist: Es ist eine zwei Klassen Behandlung!

Wer sind die Gläubiger?

Nun ja, es sind in aller erster Linie Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, Hedgefonds, Unternehmen, Staaten, die EZB (sonder Rolle) und dann kommt der Kleinanleger also Menschen wie du und ich.
Die EZB hat deshalb eine Sonderrolle, weil sie mit der Griechen Regierungen vorab eine Ausnahme aus dem Schuldenschnitt vereinbart hat, dies ging durch eine Änderung der Wertpapiere (Nummer)! Die Banken bekommen Ihre Verluste durch Niedrigzinsen von zurzeit 1% versüßt, die Hedgefonds,  die Versicherungen und Unternehmen bekommt ihre Verluste durch den CDS-Versicherung ersetzt!
Was ist aber mit dem Kleinanleger? Tja, er hat stellenweise ein Totalverlust von 100% und mehr.Der Schuldenschnitt in Griechenland ist ein Beispiel, wie unserer Finanz, Rechts und Wirtschaftsordnung Bedingungen einseitig ändert. Unter solchen Umständen kann man keine Gesellschaftsordnung aufrechterhalten. Das Vertrauen ist verloren!

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